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Yoga beginnt mit Zuhören. Im Yoga beobachten wir, was da ist. Wir lauschen, wir hören zu. Unseren Emotionen, unseren Gedanken, unserem Atem. Durch den Atem nehmen wir Sauerstoff auf, aber auch Prana, unsere Lebensenergie. Sind wir gestresst, ängstlich oder angespannt, können wir nicht genügend Prana aufnehmen, unsere Lebensenergie wird gemindert. Wir sind nicht da, wo wir sein wollen, fernab vom ruhigen, ausgeglichen Geist. Der uns nicht zuletzt hilft, unser Leben mit Kleinkind zu meistern.

Grade in meiner Rolle als Mutter finde ich es gar nicht so leicht, bei mir zu bleiben. Da ist das Bewusst-Sein des Atmens ein erster und einfacher Schritt, mein Leben leichter zu machen. Bestimmt hast Du schon oft gehört oder gedacht „erstmal tief durchatmen“. Denn unser Atem und unsere Gefühle sind eng miteinander verbunden.

  • Wut macht die Atmung oft flach und schnell, die Ausatmung wird stärker, der Körper ist angespannt

  • Angst wird oft mit schneller Atmung erlebt. Der Atem wird unregelmäßig, der Magen zieht sich zusammen

  • Trauer macht den Atem oberflächlich. Besonders, wenn man weint, wird durch Schluchzen der Fokus auf die Einatmung gelegt, es wird zu einem japsen. Der Atem wird schnell, der Körper fühlt sich leer an.

  • Depressionen lassen den Atem oft flach werden, leer, ohne Leben. Der Atem wird schwer und dick, der Körper fühlt sich matt und müde an, wie in Watte gepackt.

  • Ungeduld fühlt sich rastlos an. Der Atem wird schnell und unkoordiniert. Der Körper ist ‚auf dem Sprung‘, so als würde das Innere schneller sein wollen, als der Rest.

  • Schuld oder Reue macht den Atem oft schwer und beengt, als würde eine schwere Last auf der Atmung liegen.

  • Langeweile lässt den Atem flach werden, ohne Lebensenergie, mit wenig Empfindung im Körper

  • Positive Gefühle, Liebe, Mitgefühl, Freude und Freundlichkeit lassen den Atem tief und ruhig fließen. Der Atem geht tief in den Körper, er fühlt sich belebend an, die Freude fließt durch den gesamten Körper.

Weder der Atem noch unsere Gefühle sind völlig außerhalb unserer Kontrolle. Wir haben die Wahl und es steht in unserer Macht, jederzeit unsere Gefühle zu ändern. Ja, Du hast richtig gelesen! Es ist nicht immer einfach, aber es ist möglich. Und weil uns der Zugang zu unseren Gefühlen erstmal nicht sichtbar ist, können wir meist recht schnell einfach unseren Atem beeinflussen. Und damit gleichzeitig unseren Gefühlen die Macht nehmen. Wenn Du das nächste Mal denkst oder hörst „erstmal tief durchatmen“, nimm Dir tatsächlich die Zeit dazu. Und beobachte, wie Dein Atem Deine Emotionen beeinflusst.