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Wer kennt das nicht? Du nimmst Dir vor, eine tägliche Yogapraxis einzuführen, bist voll motiviert, 1-2 Tage dabei und schon ist es wieder vorbei… Oft waren wir einfach zu anspruchsvoll mit uns selber, wollten zu schnell zu viel oder es scheitert einfach an der Umsetzung. Hier habe ich ein paar Tips zusammengefasst, die Dir helfen können, Deine Yogapraxis nachhaltig in den Alltag zu integrieren.

1. Schraub die Ansprüche an Dich selbst herunter. Statt Dir vorzunehmen, täglich 90 Minuten Yoga zu praktizieren, lass es auch mal nur 10 Minuten sein oder sogar nur 5. Ein kleines bißchen ist besser als gar nichts.

Eine Yogageschichte erzählt von einem dunklen Raum, in dem man die Hand vor Augen nicht sehen kann. Wenn Du in diesem Raum ein winziges kleines Lichtlein anzündest, kannst Du ein klein wenig sehen.

2. Finde einen Platz in Deiner Wohnung oder wo auch immer Du bist, an dem Du ganz bei Dir sein kannst. Also nicht grade direkt neben dem vollen Schreibtisch mit einem Stapel unbezahlten Rechnungen und auch nicht in der Küche, wo das Geschirr vom Vortag noch rumsteht. Finde einen Ort, an dem Du nicht so leicht abgelenkt bist.

3. Bevorzuge Sonnenlicht. Vielleicht hast Du direkte Sonnenstrahlen, oft reicht auch schon ein Platz vor einem Fenster, an dem es hell ist. Richte Dir den Ort etwas her. vielleicht kannst Du einen Blumenstrauß dorthin stellen, Kristalle oder ein Mala oder ein anderer Gegenstand, der Dir etwas bedeutet.

4. Sei flexibel und ehrlich zu Dir selbst. Auch wenn Du eine Stunde Zeit hättest, fühlt es sich manchmal gar nicht richtig an zu praktizieren. Dann gehe in Dich und beobachte, ob es nur Dein innerer Schweinehund ist, der Dich von der Praxis abhält, oder ob Du Dich tatsächlich nicht nach Asanas fühlst. Vielleicht ist es heute richtiger für Dich, eine Meditation zu machen oder eine Yoga-Nidra Session. Und vielleicht fühlt es sich für Dich heute tatsächlich richtiger an, die Yoga Praxis auf 7 Minuten zu verkürzen und die restlichen 50 Minuten den Haushalt zu erledigen oder das wichtige Telefonat zu führen, dass Du schon so lange aufschiebst.

5. Erde Dich. Nimm Dir ein paar Minuten Zeit, um in Deinem Space anzukommen. Das kann im Sitzen in einer kurzen Achtsamkeitsmeditation geschehen, aber auch im Stand in Tatasana (Berghaltung). Nimm Deine Hände vor dem Herzen zusammen, schließe Deine Augen und nimm wahr, was da ist. Diese Achtsamkeit hilft Dir, Deinen Geist zur Ruhe zu bringen und auch, Verletzungen zu vermeiden.

6. Wärm Dich auf. Auch wenn es verführerisch ist, die Praxis gleich mit „richtigen“ Asanas zu beginnen, lass Dir Zeit, erstmal die Wirbelsäule zu bewegen, ein paar Runden Katze-Kuh auf allen Vieren, die Beinrückseiten strecken und ein paar andere Stretches in Deinen Körper bringen. Vielleicht möchtest Du ein paar Sonnengrüße zum Aufwärmen machen oder Du entscheidest Dich für eine ruhige Praxis auf dem Boden.

7. Keep it sweet and simple!! Zu hause zu praktizieren ist anders, als in der Gruppe in einem Studio. Zu hause sollte es nicht Dein Ziel sein, schwierige Stellungen zu meistern, sondern eher darum, bei Dir zu bleiben und zu fühlen, was in diesem Moment für Dich richtig ist. Finde Deinen eigenen Flow, spiele mit den Bewegungen, mache vielleicht mal was, was Du Dich in der Gruppe nicht traust. Lautes Ausatmen durch den Mund, extra wackeln mit dem Po, mal das Gesicht verziehen, um Spannung rauszulassen, all das kannst Du zu hause unbeobachtet tun!

8. Beachte ein paar simple Regeln, um Deine Asanapraxis verletzungsfrei zu halten. Gegenbewegungen nach bestimmten Asanas wie z. B. Twistst nach einer Vorwärtsbeuge und nach einer Rückbeuge. Stellung des Kindes so oft Du willst und besonders, falls Du Kopfstand praktizierst oder lange im Hund warst. Zwischendurch mal die Handgelenke lockern. Wenn Du eine belebende Praxis übst, arbeite Dich von Asanas im Stehen hinunter zu Asanas auf dem Boden. Nach einer eher fordernden Sequenz, nimm Dir wieder Zeit, einfach mal zu spüren.

9. Und zu guter Letzte: hab Spaß!!!